2003-05-03
10:30 - 11:30 Fahrt mit U- und S-Bahn zum Rhein-Main-Airport
11:55 - 12:20 Einchecken
am Aer Lingus Counter@Terminal 2
Übergepäck
auf 10 kg runtergehandelt. Trotzdem bleibt eine Zuzahlung von 50 Euro.
12:20 - 12:40 Dieter
checkt ein
Erste Einlage in gemeinsame
Haushaltskasse.
13:00 - 13:15 Schwierigkeiten
beim Security-Check
Volkers erster Flug
nach dem 2001-09-11. War noch nicht sensibilisert für das gestiegene
Sicherheitsbedürfnis. Aus Volkers Handgepäck werden herausgefiltert:
Swisscard, Mini-Leatherman und Mini-Fahrradtool. Dieter gibt diese Gefahrenwerkzeuge
noch in separatem Rucksack als zusätzliches Reisegepäck auf.
13:50 - 14:10 Bus-Vorfahrt
14:15 - 15:15 Flug@Aerlingus
EI 653 Frankfurt - Dublin
Ohne Zeitung. Nur Sandwiches,
Kaffee, Tee und Wasser. Zeitzonendifferenz minus 1 Stunde.
15:30 - 16:00 Warten
auf Transfer
Entgegen der Reisebüromitteilung
wartet kein Pick-Up-Schild-Träger nach der Gepäckausgabe am Flughafen
Dublin auf uns. Nach 10 Minuten erster Anruf bei Waveline
Cruisers: wir sollten weiter am Meeting-Point warten oder zum Limerick-Travel-Schalter
gehen. Nur: es gibt zwei Meeting Points, aber dafür keinen Limerick-Travel-Schalter.
Wir versuchen unsererseits, uns zu outen. Nach weiteren
20 Minuten gibt sich "Brian" als unser Chauffeur zu erkennen. Start im
Kleinbus mit uns beiden als einzigen Passagieren nach Glassan.
16:00 - 18:45 Fahrt
nach @Glassan
Über Autobahnring
um Dublin, N4/M4, N6 und N55
19:00 - 21:00 Bootszuteilung
und -einweisung @Glassan Marina
Nach kurzer Begrüßung
durch die Mädels von Waveline Cruisers Bootseinweisung durch Kilian.
Unser Boot: die Waveduke
"Violet". Erklärung der Cockpit-Funktionen, der Motorwartung und schon
geht's rauf auf den See. Volker wird gleich die Skipper-Rolle zugewiesen.
Klappt eigentlich ganz gut nach ersten Unsicherheiten beim Anlegen. 20:45
erster Walkie-Talkie-Anruf an Kilian, ob wir immer noch bei der Bootseinweisung
seien, um 21:05 persönliche Vorsprache - wir sind fast mit dem Auspacken
der Koffer fertig -, dass sie langsam Feierabend machen wollten.
21:15 - 22:30 Formalien
@Glassan - Marina
Wieder zurück im
Büro: Kaution (600 Euro per Kreditkarte) geleistet, Übernahmeprotokoll
unterzeichnet, noch zwei Decken erbeten, Sicherheitseinweisungsvideo gesehen
(neben drei Möchtegern-Rauchern). Leere Koffer in Nebengebäude
deponiert.
22:45 - 23:30 Abendessen
@an Bord
Wasser, Rosinenstuten
mit Orangenmarmelade, irisches Graubrot mit Käse, noch kein Guinness.
2003-05-04
07:30 - 08:15 Morgentoilette
im Sanitärgebäude
an der Marina. Für Waveline-Kunden ist zumindest die Dusche kostenlos,
sonst 1 Euro/4 Minuten.
08:20 - 08:50 Frühstück an Bord
10:00 - 10:30 Letzte
Formalien im Büro
Volker kauft und Dieter
schreibt Postkarten. Rommy ist über eine Aufnahme
pikiert (deshalb hier nur anonymisiert dargestellt). Wetterbericht verheisst
viel Regen.
10:40 - 10:55 Abfahrt
in den Dauerregen
Volker legt ab. Dieter
versucht drei Anlegeversuche an der Dieselzapfsäule. Volker übernimmt
wieder das Ruder.
11:00 - 15:15 Regenfahrt
Bei Dauerregen über
den Lough Ree. Der Kompass ist defekt, die Scheibenwischerblätter
zu klein, aber das ist sowieso egal, da der linke Wischer nur sporadisch
funktioniert. Mitunter hilft es, aus dem linken Seitenfenster in den Regen
hinaus zu greifen und dem hakenden Wischer einen Anstoß zu geben.
Die Ferngläser geben durch regentropfenverhangene Scheiben hindurch
nur ein verschwommenes Bild, alles ideale Voraussetzungen für die
Überquerung dieses Sees. Wenigstens ist mit dem Regen der gestrige
Wind eingeschlafen und wir haben keinen Seegang mehr. Dieter
übernimmt das Steuer. Der Versuch, an Bord Musik über Volkers
MP3-Player und seinen Omnibook zu hören, scheitert an der schwachbrüstigen
12V-Sicherung des Bordnetzes. - Gegen Nachmittag lässt der Regen
etwas nach, die Sonne bricht zaghaft durch. Erste Schleuse
in Tarmonbarry (3 Euro) gemeistert, danach unterhalb der Hubbrücke
angelegt.
16:00 - 20:00 Ortserkundung
@Tarmonbarry
Spaziergang zurück
zur Schleuse (mit höchstem Hub auf dem Shannon) und Wehr. Kleines
Strassendorf. In einzigem Lebensmittelgescheftchen kaufen wir noch einigeLebensmittel. Nach einer kleinen Wanderung durch den rechtsshannonschen
Ortsteil finden wir - im zweiten Anlauf - im "Keenan's" zwei Sitzplätze.
Mittag-/Abendessen und unser erstes Guinness.
Dieter überrascht mit dem Vorschlag, die Abendessen doch getrennt
und nicht aus der gemeinsamen Haushaltskasse zu zahlen. Im "Shannon Pub"
Live Folk Music und noch ein letztes Guinness. Im Dauerregen wieder zurück
zum Boot.
2003-05-05
05:00 - 05:30 Selbstgemachtes
Wasserbett
Nächtlicher Dauerregen.
Habe im Vorschiff kleine Lüftungsklappen geschlossen. Konsequenz:
Kondenzwasser tropft aus allen Fensterrahmen (Kältebrücken!)
auf mich herab.
06:30 - 09:30 Morgenwecker
@Tarmonbarry
Dieter zündet den
Motor. Dadurch geweckt, frage ich nach dem Grund: weil er Warmwasser bräuchte.
- Versuch einer Morgendusche in der engen Nasszelle. - Frühstück
mit Spiegelei und Orangenmarmelade auf Rosinenstuten. - Wir sind startklar,
müssen aber noch auf den Schleusenwärter warten. Morgendlicher
Blick zurück auf die Schleuse. Als um 09:30 erstmals die Hubbrücke
gehoben wird, sind wir sofort startklar.
09:30 - 10:50 Erste
Flussetappe
Vorbei an offener
Wald- und Weidelandschaft bis zur Rooskey-Schleuse.
10:50 - 11:50 Schleuse
@Rooskey
Nach Einfahrt
in die Schleuse erfahren wir, dass Probleme mit der Steuerelektrik
ein Passieren derzeit unmöglich machen. Der Elektriker sei benachrichtigt
... nach dessen Eintreffen gemeinsames
Messen und Probieren
... bis die Steuerelektrik überbrückt wird und wir die Schleuse
bergwärts verlassen können. Wir nutzen die Wartezeit, um die
Waveliners anzurufen und sie über unser Scheibenwischerproblem zu
informieren. Gabys letzter Vorschlag: bis Carrick-on-Shannon fahren und
dort vom Monteur von Emerald Line helfen lassen.
11:55 - 15:45 Zweite
Flussetappe
Wir versuchen, in Dromod
Harbour anzulegen. Uns wird zu verstehen gegeben, dass der schöne
neue Steg ein Privatsteg sei ... Etwas hakeliges Wieder-Ablegen, weil der
Wind uns gegen die Stegecke drückt. Wir beschließen, Dromod
irgendwann später vielleicht nochmal zu besuchen und in Carrick-on-Shannon
zu übernachten. Daher haben wir jetzt Zeit für kleinere Abstecher.
Es gibt geräumigere Boote als unseres, aber auch
deutlich kleinere. Zunächst in den Mountain
River (schön eng und fordernd), danach in den Grange Lough.
15:45 - 16:00 Pub-Besuch
@Grange
Kurzes Anlegen. Pub-Besuch
mit Cider-Genuss, geballte irische
Sport-TV-Übertragung (Snooker,
Hurling
und Gaelic Football).
16:15 - 19:00 Dritte
Flussetappe
Dieter steuert. Albert
Lock: 1.50 Euro. Anlegen in Carrick-on-Shannon um 19:00. Zu spät für
irgendwelche Reparaturversuche.
19:00 - 23:59 Abendgestaltung
@Carrick-on-Shannon
Kleine Manöverkritik
von Dieter über meine von ihm so empfundene sporadische Hektik, unsere
leicht divergierenden Sauberkeitslevel und die Vermeidung von Stress
im Urlaub im allgemeinen. Wir haben uns geeinigt, dass zukünftig Lebensmittel,
die wir für den Verzehr an Bord kaufen, aus der Gemeinschaftskasse
bestritten werden. Ansonsten (Restaurantbesuch etc.) zahlt jeder für
sich. Volker zieht sich in einem Schnellimbiss Fish&Chips, richtig
ungesund mit viel Salz und Essig, rein. Anschließend genießt
Dieter in einem italienischen Restaurant Pasta und ich zwei Irish Coffee.
Danach noch Cider (Volker) und Guinness (Dieter) bei Ein-Mann-Live-Musik,
unterbrochen durch die TV-Übertragung eines Snooker-Europameisterschafts-Endkampfes.
2003-05-06
08:45 - 09:45 Erste
Flussetappe
Carrick-on-Shannon bis
Battlebridge. Zu dieser frühen Stunde gehört uns (hier: mir)
der Fluss (fast) alleine. Möge unserer Violet
dieses
Schicksal erspart bleiben.
09:45 - 10:25 Battlebridge-Schleuse
Wir fahren in die (enge)
Schleuse gut hinein. Nichts tut sich. Wir fahren rückwärts
wieder raus. machen das Boot fest und informieren über eine Rufsäule
den Schleusenwärter. Nach geraumer Zeit krächzt es zurück:
"(unverständlich) 15 minutes (unverständlich)". Nach 20 Minuten
erscheint wirklich der Schleusenwärter in seinem Kleinwagen.
Weiter
geht's durch den Kanal parallel zum Shannon.
11:35 - 11:50 Drumshanbo
Lock
Zum dritten Mal zahlen
wir 1.5 Euro - bei demselben Schleusenwärter, der uns mit seinem Kleinwagen
von Battlebridge Lock über Drumleague Lock bis hierher begleitet.
12:00 - 15:00 Seefahrt
@Lough Allen
Groß (12 km lang),
windig, kaum Infrastruktur für Touristen oder Sportbootfahrer. Cleighran
More: Anlegesteg ohne Landanschluss.
End of Navigation
- weiter shannonaufwärts geht's mit unseren Booten nicht mehr. Also
beginnt hier unsere Rückreise. Kampf mit den Wellen lässt Gischt
spritzen und das Geschirr in den Schränken sich umarrangieren.
Dieter
liest nochmal schnell die Passagen über das Verhalten in Seenot
vor. - Ruhe in Spencer Harbour - neu, nett, menschenleer. - Lachszuchtkäfige
mitten im See.
15:00 - 15:15 Drumshanbo
Lock
... und erneute Zahlung
von dreimal jeweils 1.5 Euro bei demselben Schleusenwärter. Übrigens
eine der neuesten Schleusen am Shannon.
15:20 - 17:15 Fahrt
nach@Leitrim
Ein Blick auf unsere
Navigationszentrale:
konventionelle Gewässerkarten unten, PC-gestützte Satellitennavigation
(mit Fahrtrichtungs- und Geschwindigkeitsanzeige) oben.
17:20 - 17:30 Fahrtende
@Leitrim
In
Leitrim (gesprochen: "Littrimm") hinter der Brücke gewendet, vor
der Brücke angelegt. Später haben wir erst festgestellt, dass
die Anlegestelle hinter der Brücke die modernere, mit Wasseranschluss
gewesen wäre.
18:30 - 20:30 Abendgestaltung
@Leitrimm
Erkunde die 200 m um
unser Boot herum, kaufe Brot ein, während Dieter seiner Abendtoilette
nachgeht. Kaufen anschließend mochmal gemeinsam Streichkäse
und vorgebackene Pfannekuchen ein. Abendessen im Pub. Kommen mit einem
deutschen Paar ins Gespräch, das schon 10 von 20 Bootstagen hinter
sich hat, irlanderfahren ist (er zum 6., sie zum 3. mal) und die trotzdem
über das Wetter fluchen: 10 Regentage. Nach kurzem Spaziergang durch
den Ort (repräsentative Neubauten am Ortsrand, verlassene,
verfallende Häuser in der Ortsmitte) noch einen Absacker (Cider/Guinness)
in der Bar direkt an der Anlegestelle und frühes Schlafengehen.
2003-05-07
08:45 - 12:00 Erste
Flussetappe
Start in Leitrim und
durch den Lough Drumharlow links um Inishatirra herum nach Cootshall. Dort
Trinkwasser gefasst. Weiter durch den Boyle River und Clarendon
Lock zur neu gestalteten Boyle Marina. Nieselregen setzt ein.
12:00 - 14:45 Besichtigungen
in @Boyle
Nach kleinerem Fußweg
Besichtigung der Boyle
Abbey. Nach weiterem kleinen Fußweg Richtung Boyle City Center
Besichtigung des King
Houses (sehenswerte, multimediale Aufbereitung diverser
Geschichten mit einfachen Mitteln). Danach Frage an einen Herrn in einem
Pub-Eingang nach einem Supermarkt und einem netten Pub im Ort. Beide Fragen
werdenn beantwortet, die nach dem Pub mit einem "Kommt doch einfach herein!".
Man sollte solch eine Frage auch nicht gerade an den Kneipenbetreiber richten
... Ein Bulmer's (resp. 1/2 Pint Guinness) später verzichten wir auf
den Supermarktbesuch und kehren zum Boot zurück.
14:45 - 15:15 Zweite
Flussetappe
Durch den Lough Key
zum Lough Key Forest Park.
15:15 - 17:15 Regenwanderung
Durch den Lough Key
Forest Park. Dort Regenwanderung durch den Park und über den Natural
Trail. Wir beschließen, heute nicht mehr weiter zu fahren.
18:00 - 19:45 Abendessen
Instant-Curry-Reis mit
Erbsen, Karotten, Zwiebeln - alle instant aus der Tüte.
2003-05-08
06:50 - 08:50 Morgenverrichtungen
@Lough Key Forest Park
Nach windiger Nacht
sonniger
Morgen. Spiegeleier und Haferflocken zum
Frühstück.
Kurz vor dem Ablegen noch ein Gruppenbild mit Boot.
08:50 - 11:20 Erste
Flussetappe
Vom Lough Key nach Carrick-on-Shannon.
- Unsere Bordelektrik ist häufig durch unsere Ansprüche überfordert.
An der 12V-Steckdose ist ein Wechselrichter mit einer Ausgangsspannung
von 230V (und Nennleistung von 150W) angeschlossen, daran eine Verteilersteckdose
und daran wiederum die Netzteile für das Notebook sowie (zeitweise)
die Netzteile für den MP3-Player und die Ladestation für die
Fotoapparat-Akkus. Entweder (selten) schaltet sich der Wechselrichter oder
(wesentlich häufiger) der Sicherungsautomat unserer bordinternen Stromversorgung
ab. Andererseits: gut, dass wenigstens einer an Bord ein Handy, einen Fotoapparat
und ein Hi-Tech-Fernglas mitgebracht hat, um von solchen Extravaganzen
wie Notebook mit integriertem DVD-Player, GPS-Empfänger und MP3-Jukebox
ganz zu schweigen.
11:20 - 12:25 Mittagsrast
& TP (Technische Pause) @Carrick-On-Shannon
Volker kümmert
sich um die Reparatur des linken Scheibenwischers, die Müllentsorgung
und die Wasserbetankung, während Dieter einkauft. Er wirkte etwas
verwirrt, als ich ihm den Weg zu einem anderen Anlegesteg ("Jetty") wies
als an den, an dem wir ursprünglich angelegt hatten. Wegen eines Frischwasserversorgungsproblems
musste Volker unsere Violet - unter Hilfestellung des Emerald Line-Mechanikers
- umsetzen. Erfahrungen dabei: Lieber durch Drehen an der Stelle und Zurücksetzen
Boot in freies Fahrwasser bewegen und dort erst in Zielrichtung drehen,
als dergleichen zwischen zwei Jetties zu versuchen. Und die Bugarmierung
ist belastbar. Sollte man alleine an einem Steg mit Querstegen anlegen
wollen, sanft vorfahren, bis Bug touchiert, dann Ruder hart legen und auf
langsame Fahrt stellen, so dass das Boot sich selbst an den Steg arbeitet.
12:30 - 13:45 Zweite
Flussetappe
Bis Jamestown. Dort
Anlegen mit Wehr-,
Friedhofs-
und Pub-Besuch. Habe noch eine Flasche Bulmer's gekauft
- ein Pint für 3.9 Euro, der wahrscheinlich teuerste Flaschenapfelwein
meines bisherigen Lebens.
13:45 - 17:15 Dritte
Flussetappe
Gemütliche Fahrt
durch den Jamestown Canal. Fahrt Richtung Drumsna. Es hätte nicht
des freundlichen, hinter der Straßenbrücke bei Drumsna mit den
Armen wedelnden Mannes bedurft, um uns davon abzuhalten, weiter flussaufwärts
zu fahren. Zügige Fahrt (GPS-gemessene 10 km/h) durch Lough Tap, Lough
Boderg und Lough Bofin Richtung Süden. Anlegen in Rooskey.
17:15 - 17:45 Vergebliche
Suche nach Singing Pub @Rooskey
deshalb nur kurzer Einkauf.
17:45 - 19:45 Vierte
Flussetappe
Nach Passieren des Rooskey
Locks Fahrt über den Camlin River durch schöne gewundene Flusslandschaft
in der Abendsonne. Naturnahes Anlegen vor der Clondara
Lock.
20:00 - 22:00 Bootsabend
@Clondara Lock
Nudeln mit Tomatensauce
und Guinness oder Cider
2003-05-09
07:30 - 08:45 Erste
Flussetappe
Wieder zurück über
den Camlin River - weil er so schön ist - und Shannon zur Tarmonbarry
Lock. Dort vor der Brücke angelegt und Abschluss der Morgenverrichtungen.
09:45 - 15:15 Zweite
Flussetappe
Mit der ersten Brückenöffnung
des Tages sind wir durch, nach der Tarmonbarry Lock vorbei an Lanesborough
auf den Lough Ree. Dort bei der Einfahrt Suche nach der ersten schwarzen
Boje. Wir finden sie und halten auf sie zu. Steuerbord voraus kleinere
Baumgruppen, die aus der Seeoberfläche heraus zu wachsen scheinen.
Ein Kajütkreuzer kommt uns backbord voraus auf dem See zufällig
entgegen. Wir erwarten, dass er nach dem Passieren der Boje Ruder legt
und uns auf unserem Kurs entgegen fährt. Macht er aber nicht. Wir
sind irritiert und vergewissern uns nochmal. Scheiße! Wir fahren
genau auf die Felsen zu, vor denen auch in "Hello
Captain!" (einer sehr informativen CD-ROM zur Bootsreiseplanung und
-durchführung auf irischen Gewässern) gewarnt wird! Die Boje,
die wir ausgemacht hatten, war die unmittelbar nördlich von Boje 9.
Noch ca. 100 m von den Bäumen entfernt, wenden wir sofort und fahren
im weiten Bogen zur richtigen ersten schwarzen Boje zurück, von der
aus wir den Kurs korrekt fortsetzen. Ohne Fernglas ware eine Orientierung
auf dem Lough Ree zumindest für uns Erstbefahrer schwierig. - Wir
umfahren Hare Island im Norden und sind gegen 15:00 wieder in den vertrauten
Gewässern um Glassan.
15:15 - 16:30 Dritte
Flussetappe @Inner Lakes
Die versteckte
Einfahrt in den Coosan Lough finden wir erst auf der Rückfahrt.
16:30 - 17:15 Mietwagen-Übernahme
@Marina Glassan
Wasser fassen. Überraschenderweise
wird uns der Mietwagen heute schon gebracht. Versuch, Volkers emails vom
Internet-PC im Waveline-Büro abzurufen, wird abgebrochen, da Anbindung
zu schmalbandig und Dieter auf Aufbruch drängt.
17:15 - 18:15 Vierte
Flussetappe
Fahrt nach Athlone.
Anlegen kurz vor dem Wehr.
18:15 - 23:00 Abendwanderung
@Athlone
Wie in vielen Städten
in der Republik Irland steht auch hier an prominenter Stelle ein Mahnmal
zum Gedenken an die IRA-Kämpfer gegen die britischen Invasoren unnd
für die irische Selbständigkeit (1916 - 1922) (Detail).
Zur Kathedrale, durch die Altstadt und am Fluss entlang. Abendessen im
"Le Chateau" - Fish&Chips für 22 Euro, aber sehr fein zubereitet.
Nach kurzem Besuch im "ältesten Pub" Irlands noch Livemusic im Riverside
Inn.
2003-05-10
06:20 - 07:15 Morgenfahrt
Kalter Morgen in Athlone.
Wir legen zügig ab und fahren in die gleißende Morgensonne hinein
über den Lough Ree South Lake wieder zur Marina in Glassan zurück.
Anlegen direkt an der Zapfsäule.
07:15 - 10:15 Checkout
bei Waveline Cruisers @Glassan
Duschen in einer der
drei Waveline-Duschkabinen - alle besetzt. Klar, heute morgen sind alle
Skipper zur Bootsabgabe in der Marina und wollen den Komfort einer warmen
Dusche in aufrechter Körperhaltung mal wieder genießen. Dieter
kehrt zum Boot zurück, um dort zu duschen. Abschließendes Kofferpacken
an Bord. Wir wollen gerade mit den Frühstücksvorbereitungen beginnen,
als uns das Betanken und der Checkout angeboten wird. 114 l Diesel bei
40 Betriebsstunden deuten auf eine moderate Fahrweise hin. Beim anschließenden
Verholen starke Vibrationen bei Rückwärtsfahrt und voller Drehzahl.
Im
Abgabeprotokoll wird eine Überprüfung
der Ruderanlage eingetragen. Im Büro die Frage an uns, ob wir irgendwo
aufgelaufen seien. Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Einerlei, das Boot
müsse erst an Land geholt werden und die Ruderanlage inspiziert werden,
bevor wir unsere Kaution von 600 Euro zurück erhielten. Unsere Abfahrt
verzögert sich ... Als wir gerade die Warterei verkürzen wollen
und die Inspektion forcieren wollen, teilt uns Anita mit, dass die Ursache
ein gebrochenes Wellenlager sei. Unser Kautionsbeleg wird zerrissen, wir
können sofort weiterfahren. Ingesamt und abschließend sind wir
mit der Betreuung durch Waveline Cruisers - trotz der kleinen Unzulänglichkeiten
- relativ zufrieden gewesen.
10:15 - 12:15 Fahrt
Richtung Südwest
Dieter fährt die
erste Teilstrecke. Erstes Gewöhnen an den Linksverkehr. Prompt kommt
uns auf der engen Zufahrt zur Marina ein PKW entgegen. Dieter fährt
spontan rechts heran - genau in die falsche Richtung. Erst danach fallen
uns die kleinen Aufkleber am Armaturenbrett und auf der Windschutzscheibe
auf: "Links fahren!". - Fahrt über Athlone (gesprochen "Etloan") nach
Ballinasloe. Einkauf im Lidl. Weiter über Loughrea, Craughwell, R347
nach Kinvara. Dort kurze Aussenbesichtigung der küstennahen Burganlage.
12:15 - 14:00 Fahrt
durch den @Burren
Weiter über Carron
und Ballvaughan kreuz und quer durch den Burren. Kurze Besichtigung eines
Dolmengrabes
(megalithic tomb).
15:00 - 16:55 Cliffs
of Moher
Spektakulär.
Auch in Gegenrichtung.
17:00 - 20:30 Fahrt
zum Ferienhaus
Fahrt über Ennistymon,
Ennis, Limerick, N21, N23, R561, Killorglin nach Gleinbeigh.
20:30 - 21:45 Ankunft
im Ferienhaus N116@Glenbeigh
Haustürschlüssel
liegt verborgen an der vereinbarten Stelle. Ein hohes
Wohnzimmer mit offenem Kamin in der einen Haushälfte, ein Schlafzimmer,
eine offene
Küche, ein Bad zu ebener Erde, ein
offenes Fernsehzimmer in einer Dachempore der ersten Etage in der anderen
Haushälfte. Der Kühlschrank und der Fernseher scheinen nicht
zu funktionieren, wir rufen den Vermieter (Mr. Sweeny) an. Er kommt wenige
Minuten später. Mit dem Fernseher kommt er auch nicht klar, zum Kühlschrank
erklärt er uns, dass offensichtlich nur die Beleuchtung defekt zu
sein scheint. Kaminholz bietet er uns für 3 Euro an, wir bestellen
eine Ladung. Keine Ablesung irgendwelcher Verbrauchzählerstände
(Strom, Wasser, etc). Er ist gerade weg, als uns auffällt, dass auch
Toilettenpapier und Handtücher fehlen, das Licht in der oberen Etage
anscheinend nur von einem Schalter direkt neben der Eingangstür zu
schalten ist und die Beleuchtung im Wohnbereich überhaupt nicht zu
funktionieren scheint. Wir rufen ihn erneut an. Er teilt uns mit, dass
Handtücher und Toilettenpapier von den Gästen mitzubringen seien,
was am nächsten Morgen durch unseren Reiseveranstalter Shamrock
Reisen noch bestätigt wird ...
22:00 - 23:30 Abendessen
@Glenbeigh
Dieter bereitet Spaghetti
mit Tomatensauce vor, während Volker sich um den Entertainmentteil
kümmert und - nach der vorabendlichen Lektüre eines Zeitungsberichts
über eine Rückkehr von Yusuf Islam ins Musikgeschäft - Cat
Stevens von MP3-Player und OmniBook-Notebook erklingen lässt.
2003-05-11
10:00 - 20:00 Fahrt
um den @Ring of Kerry
Fahrt auf die Valencia
Island. Dort Besuch des Skellig Erlebniszentrums (hier ein Blick
auf die über anderthalb Jahrtausende bewohnten Felsspitzen) und der
Stelle,
von der aus 1866 erstmals erfolgreich ein transkontinentales Unterseekabel
nach Nordamerika hin verlegt worden war. In Waterville Chaplin-Standbild,
weil er zu Lebzeiten hier häufig seinen Urlaub verbracht habe. Staigue
Stone Fort, die besterhaltene Ringfestung Irlands aus der Eisenzeit,
mit einer umbauten Fläche von 30 m Durchmesser. Kenmare. Moll's Gap
und schöne Ausblicke auf die Lakes of Killarney.
Um 17:30 Fish& Chips in Killarney, um 18:30 erstmals seit der Ankunft
in Irland Gelegenheit, in einem Internet-Cafe Volkers emails zu sichten.
20:00 - 23:00 Traditional
Music@Killarney
Professionelles, aber
etwas blutleeres Spielen (nur instrumental) von Irish
Folk Music
2003-05-12
10:00 - 20:00 Fauler
Tag @Glenbeigh
Dieter durchwandert und durchfährt das Gap of Dunloe, während Volker erstmals einen
Urlaubstag einlegt und liest (köstlich: Tony Hawks, Round Ireland
with a fridge) und Wäsche wäscht. Trotz des sproradischen Regens
wird die Wäsche draußen schnell trocken.
2003-05-13
10:00 - 23:30 Fahrt
um die @Dingle Peninsula
Glenbeigh, irgendwo
dazwischen, Killorglin, Castlemaine, Inch, Castlegregory, Rough
Point mit Hagelsturm, Conor Pass, gesperrt für Fahrzeuge über
2 Tonnen(!), und Ausblicke von dort mit Spuren des
Hagelsturms auf meinem Objekiv, Dingle, Dunheg Promontory
Fort (Ringwall direkt an der Küste), Beehive Huts,
westlichster
Punkt (Festland-)Europas, Blasket Centre (in dem eine der wenigen Publikationzu kaufen ist, die konsequent zweisprachig gälisch-deutsch gedruckt
ist),
Gallarus Oratory (das besterhaltene frühchristliche
Steinhaus Irlands, wahrscheinlich im 6. Jahrhundert als Kirche erbaut),
Dingle. Dort präsentierte Billy im Pub Traditionals
and Ballades mit Zuschauer-Einbindung.
2003-05-14
10:00 - 20:15 Ring of
Beara
Killarney, Moll's Gap,
Kenmare, Glengariff, Adrigole,
Healy Pass, schauen
Fischern beim Anladen ihres Fanges (hier Rochen fürden französischen Markt) zu. Ab Ardgroom über wild-romantische
enge, verschlungene küstennahe Sträßchen. Achtung: die
Beschilderung "Ring of Beara" führt über
diese sehr gewundene Küstenstraße und nicht über die gut
ausgebaute R571. Über Urhin, Allihies und R572 zur
einzigen
Seilbahn Irlands nach Dursey Island, mit Platz für drei Menschen
und eine Kuh. Ab 17:05 Heimfahrt über Castletown, Eyeries und Argroom.
Kurzer Halt an der Kirche in Fossa, mit beeindruckendm Altarbild. Erster
Tag (und rückblickend: einziger Tag) ganz ohne Regen.
2003-05-15
11:00 - 11:45 Anreise nach @Killarney
11:45 - 18:45 Besichtigungen
in @Killarney
Einkauf bei Lidl, Besichtigung
mit Führung im Ross Castle und dergleichen im
Muckross
House (hier ein Blick in die Bibliothek), offizielle
Homepage
mit nettem Introduction Movie). Gefällige Gartenanlagen
rund ums Muckross House. Besichtigung der romantischen Muckross
Abbey-Ruine.
19:15 - 23:15 Folk Music
in @Killarney
Letzte Gelegenheit zum
Erleben eines Traditional Irish Folk Music-Abends. Wieder sehr routiniert-gelangweilt
gespielt. Als vor dem Pub-Fenster die Garda (Polizei)
irgendwas machte, schauten alle Musiker interessiert nach draußen,
ließen sich aber dadurch überhaupt nicht aus ihrem Rhythmus
bringen.
2003-05-16
10:00 - 20:00 Fauler
Tag @Glenbeigh
Mühsamer, aber
letztlich erfolgreicher Versuch, Torfbriketts im offenen Kamin zum
Brennen zu bringen. Cidervorräte aufgebraucht ... Gegen Abend
Packen - und diesmal mit zwei Stück Handgepäck, in denen die
schweren Teile geschleppt werden.
2003-05-17
04:27 - 04:28 Weckruf
06:10 - 09:10 Fahrt Richtung@Cashel
09:10 - 11:30 Besichtigung@Rock
of Cashel
mit Führung durch
diese frühe Schenkung an die katholische Kirche. Mit Rundturm (1124),
Cormac's Chapel (1134) und Kathedrale (1290).
11:30 - 14:05 Fahrt
Richtung@Dublin Airport
Gegen die Anrechnung
diverser Versicherungen haben wir uns am Hertz-Schalter erfolgreich zur
Wehr gesetzt und damit die Abschlussrechnung von unberechtigten 132 Euro
auf berechtigte 65 Euro (für die Zustellung des PKW an die Marina
Glassan) gesenkt. Noch ein letztes Fish&Chips nach der Gepäckaufgabe
und Warten aufs Boarding.
16:00 - 19:05 Flug
mit EI 656 zurück
nach Frankfurt. Zeitzonendifferenz plus 1 Stunde.
19:30 - 21:30 Heimreise
mit S- und U-Bahn