Neckar-Radtour 2001 des ADFC Bad Homburg

Ein kleiner illustrierter Reisebericht

2001-06-14 (Donnerstag): Von Tübingen nach Wernau

Fronleichnam, ein Brückentag und ein Wochenende - fertig sind die zeitlichen Voraussetzungen für die fast schon traditionelle 4-Tages-Radtour des ADFC Bad Homburg. Dieses Jahr haben wir uns die unteren 280 km des Neckar vorgenommen; flussabwärts, damit einfacher wird. Unsere Tour begann am Bahnhof Tübingen (01). Was passierte bis dorthin? Bereits vor der Abfahrt in Bad Homburg reparierte Elke ihren kontaktlosen und damit defekten Fahrradtacho, indem sie eine Metallfeder im Batteriefach - unbeabsichtigt - abbrach (02). Mit vier unterschiedlichen Zügen - hier in einem der Regional"expresse" -  (03), dreimaligem Umsteigen und über sechs Stunden Fahrtzeit bei eingeschränkten Sitzgelegenheiten (Bernhard, 04) gelangten wir an unseren Startpunkt. Da unser Zug durch Reuttlingen fuhr, bogen einige Mitradler bei Mittelstadt dorthin zu einem schönen Aufstieg ab. Erst ein Blick auf die Regionalkarte und eine kleine Diskussion (06) ergaben, dass Reuttlingen garnicht am Neckar lag! Also wieder retour ... Bei Neckartenzlingen (07). Ein kurzer Abstecher nach Nürtingen hinein mit seinen engen Gäßchen und malerischen Winkeln (09), vorbei an der Stadtkirche (08) in die Marktstrasse (10) zum Eisschlecken. Eine kleine Warnung: im Cafe am rathaus (Cafe Klinger) erhielten wir für DM 8,40 eine überraschend kleine Portion Spaghettieis (12). Über die alte Köngener Bogenbrücke (13) führte uns der Weg am rechten Neckarufer bis nach Wernau zum Jugend- und Bildungshaus St. Antonius, unserem Tagesziel nach ca. 52 km. In einem italienischen Restaurant wurden die Fahrradmotoren zu vorgerückter Stunde wieder betankt (14).

2001-06-15 (Freitag): Von Wernau nach Lauffen

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbüffet, allerdings ohne Wurst (Freitag! Katholisches Jugendheim!), und der Ruhe vor der Abfahrt (15) radelten wir durch Plochingen zum Hundertwasserhaus mit seinem kugelgekrönten Regenturm (16) und dem verspielt wirkenden Innenhof (17). Ab Plochingen ist der Neckar für die Berufsschifffahrt nutzbar, ab Esslingen wurden idyllische Neckaransichten - wie dieser Reiher am Wehrneckar in Esslingen (18) - seltener. In Esslingen selber waren Zeugnisse der alten ehemaligen freien Reichsstadt wie diese Stadtmauer (19) oder die älteste bekannte Fachwerkhäuserzeile Deutschlands (21) - mit Hinweisschild (20) - zu finden. Ein kleiner Tipp: im Fremdenverkehrsamt (Informationsbüro) gibt's kostenlose Senfpröbchen von Hengstenberg. - In dem früheren Winzerdorf Untertürkheim lud das Mercedes-Benz-Museum auf dem Daimler-Chrysler-Werksgelände zu einem Besuch ein. Die beiden ältesten Autos (22), das erste Motorrad der Erde (23) - mit Infotafel (24) - und 157 weitere Rennwagen und Luxuskarossen - hier die Autos der Kaiser Wilhelm II. und Hierohito (25) - dokumentierten relativ unkritisch die Entwicklung der Motorfahrzeuge. Nach Hofen wurde der Neckarradweg glücklicherweise wieder naturnäher (26). Ludwigsburg ließen wir links (28), Marbach mit seinem Schiller-Geburtshaus rechts liegen. Zwischen Walheim und Kirchheim unterquerten wir die Eisenbahnstrecke an dieser Unterführung (29). Achtung! Bei Nässe ist das flächendeckend angebrachte Bodengitter sauglatt! Auf keinen Fall befahren, sondern die Fahrräder vorsichtig darüber hinweg schieben! In Lauffen erreichten wir nach ca. 85 km unser Tagesziel: das Gasthaus Zur Eisenbahn, ein Haus, in dem seit 20 Jahren kaum etwas renoviert worden war ...

2001-06-16 (Samstag): Von Lauffen nach Hirschhorn

Start bei bedecktem Himmel in Lauffen (30) nach dem Beheben zweier Speichenbrüche. Ein kleiner Schlenker nach Heilbronn hinein zum Rathaus und zur Kilianskirche, etwas abrupter Abschied von Ute, vorbei an Neckarsulm (Aussprachehinweis: Neckar-sulm!) - leider ohne Zeit für das Deutsche Zweiradmuseum - hinauf zur Kaiserpfalz im besuchenswerten Bad Wimpfen. Mit verwinkelten, gepflasterten Gassen (31), zierlichen Fachwerkhäuser (32) und einer Gelegenheit zur Mittagsrast (33). In Neckarzimmern führt der Neckartalradweg - ganz offiziell (34) - Treppen hinauf (35) über die Schleuse (36). Der Odenwald mit seinen roten Sandsteinwänden rückte immer näher. Kurz hinter Obrigheim ereilte Eddy ein kleines Malheur: eine Schraube seiner Sattelbefestigung brach (37). Selbst unser mitgeführtes Ersatteillager musste hier passen (38). Ulrike hat sich kurz entschlossen zur nächsten Tankstelle fahren lassen, besorgte dort die passende Erstazschraube und nach einer Stunde ging unsere Fahrt weiter. Vorbei an Schloss Zwingenberg (39) auf ruhigen Waldwegen gelangten wir zur Ersheimer Kapelle (40) von 773 n.u.Z., der ältesten Kirche im Neckartal. In Hirschhorn, unserem Tagesziel nach ca. 90 km, gönnten wir uns ein exquisites Nachtlager in der Burg Hirschhorn (41). Leider hat sich die Hotelleitung nicht in allen Belangen so kundenorientiert verhalten, wie wir es erwartet hatten, so dass wir dieses Haus nur begrenzt weiter empfehlen können.

2001-06-17 (Sonntag): Von Hirschhorn nach Mannheim

Ein Blick vom Burgturm den Neckar hinab (42) und - in Gegenrichtung - vom Neckar aus zur Burg hinauf (43). Vorbei an Neckarsteinach und Neckargemünd bei wechselhaftem Schauerwetter öffnete sich hinter Ziegelhausen das enge Neckartal. Bei Heidelberg halten wir uns neckarnah auf den alten Leinpfad - eng und holprig, aber trotzdem schön. Eine letzte Mittagsrast in Ladenburg (44), wieder mal Treppen, diesmal in Mannheim (45), und der Rückfahrt mit der Bahn vom Mannheimer Hauptbahnhof aus steht nichts mehr im Wege.

Alternativer Bildaufruf: einfach auf das entsprechende Daumennagelfoto klicken:
Thumbnails Pictures der Neckarradtour 2001
Fotos von Elke Woska und Volker Radek



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