Norwegen - Lappland und Lofoten

Ein Reisetagebuch einer Dachzeltbusreise im Spätsommer 2000

Alle Fotos sind sowohl über Hyperlinks in diesem Tagebuch wie auch über einen Fotoindex abrufbar.

2000-08-23


10:00 - 15:00  Fahrgemeinschaft @FFM-Hbf (Nordausgang)
Gegen 10:10 Treffen mit Andre, Stephan und Anke am Nordausgang des Hauptbahnhofs Frankfurt. Problemloses Gepäckverstauen und Fahrt über Kassel und Hannover nach Hamburg.

15:00 - 16:20  Zügiges Ausladen @HH-Hbf
und Weiterfahrt zur City-Nord. PKW auf HP-Firmenparkplatz abgestellt, Empfang informiert und Rückfahrt mit der U1 zum Hbf.

17:29 - 22:40  Bahnfahrt Hamburg Hbf -> Malmö
Auf dem Bahnsteig 8 im Hamburger Hbf: wer mag mit zu unserer Gruppe gehören; wer hat dachzeltreisemäßig viel Gepäck dabei? Gegenseitiges kurzes Vorstellen.

19:05 - 20:05  Fährfahrt
Zug fährt direkt auf Fähre, wird an mobilem Prellbock verankert. Wir verlassen das Ladedeck und machen uns an den Aussichtsdeck breit. Angenehmes Klima, nicht zu kalt. Kleine Gesprächsgrüppchen bilden sich und setzen die gegenseitige Vorstellungsrunde fort.

22:15 - 22:40  unspektakuläre Bahnfahrt über die neue Öresundbrücke
Fahrtrichtungswechsel im Bahnhof Kobnhavn. Leider bei Dunkelheit ist von den Besonderheiten der Hochbrücke mehr zu erahnen als zu sehen. Ende dieser Zugfahrt.

22:40 - 23:05  Chaos im Bahnhof @Malmö
Noch vor der Einfahrt in den Bahnhof Malmö werden wir von Sabine über unsere reservierten Abteile im Wagen 78 des Liegewagenzugs nach Stockholm (Abfahrt 22:55) informiert. Im Kopfbahnhof Malmö ist leider kein Übersichtsplan zu finden. Auf welchem Bahnsteig steht unser Zug? Ein Teil der Gruppe läuft den Kopfbahnsteig entlang und entdeckt einen Bahnsteigaushang "Stockholm 22:50". Leider hat dieser Zug nur 3 normale Sitz-Waggons; er kann nicht unser Zug sein. Fragen an das Bahnpersonal werden unwirsch zurückgewiesen. Schließlich folgen wir der Hauptgruppe, die – natürlich auf der gegenüberliegenden Seite des Kopfbahnsteigs – den "richtigen" Zug entdeckt. 22:54, wir werden in den letzten Wagen (Nr. 65) des Zuges verwiesen. Na gut, Hauptsache, wir sind erstmal im Zug. Allerdings müssen wir bald feststellen, dass die Zwischentüren zum Nachbarwaggon verschlossen sind. Ich beginne gerade, die Türen aufzuschließen und mich darauf einzustellen, mich mit meinem Gepäck durch den ganzen Zug während der Fahrt durchzukämpfen, als die Parole ausging: über den Bahnsteig zu unserem reservierten Abteil – wie zu erwarten, am entgegengesetzten Ende des relativ langen Zuges. Abfahrt schließlich mit 10 Minuten Verspätung. Noch mal leichtes Chaos bei der Abteilzuweisung: 3 * 6er-Abteil, 1 * 5er-Abteil und eine Einzelliege in einem "Fremdabteil". Schade, für mich blieb nur noch der Platz im Fremdabteil, mit zwei schwedischen Geschäftsleuten, einem chinesischen Pärchen und einem Dauerschläfer. Relativ ungestörte Nachtfahrt folgte ...
 
 

2000-08-24


06:05 - 06:05  Ankunft @Stockholm
Scheine der erste unserer Gruppe zu sein, der dem Zug entsteigt. Die beiden Claudias folgen. Bis 07:30 könnten wir uns Zeit lassen. Erster Kaffee und erste Erfahrungen mit schwedischem Hartgeld. Deponiere Großteil meines Gepäcks im Schließfach. Sitze jetzt in der Bahnhofshalle. Normaler, nicht hektischer Morgenbetrieb um mich herum.

09:15  - 09:30  Erste Impressionen @Stockholm
Laufe bei geschlossener Wolkendecke und leichtem Nieselregen durch eine erwachende Stadt. Meinen ursprünglichen Plan, ein Fahrrad auszuleihen, lasse ich aus drei Gründen fallen: 1. liegt die bahnhofsnächste Verleihstation ca. 30 Fußminuten entfernt, 2. kostet die Tagesmiete 200 Kronen (ca. 50 Mark) und 3. ist das Wetter nicht einladend genug. - Man merkt den Passanten den - für sie - beginnenden normalen Werktag an. Eben eine Hauptstadt, die ihre Touristen eher beiläufig wahr nimmt. Alle öffentlichen Einrichtungen wie Museen oder das Kulturhuset öffnen erst um 10:00. Zwang zum Müßiggang ...

09:30 - 12:30  Skansen I
Weitläufiges Freilichtmuseum mit dem Anspruch, das weltweit erste gewesen zu sein. Bauernhaus, aber auch Stadthausensembles sind zu finden. Ein Zoo bringt die Großtierwelt Skandinaviens näher: Bären, Wisente, Rentiere, Elche, Wildschweine, Iltis, Seehunde u.v.m. Beeindruckend die Hautnähe zu manchen der Tiere: häufig nur durch Glasscheiben ist man als Betrachter von den Wildtieren getrennt. - Seniorentag wird heute in Skansen begangen. Infoständchen Reih in Reih, politische Parteien neben Kreuzfahrtreisenanbieter, Seniorenselbsthilfegruppen neben karitativen Organisationen.

13:00 - 15:30  Skansen II
Aufstieg zum Bredablick, Besichtigung einiger hübsch hergerichteter Bauernstuben mit original getreu gekleidetem Wachpersonal, das auch zu "ihren" Häusern Auskunft geben kann (Flachskämmerin). Beim nochmaligen Bummeln an den Seniorentag-Ständen vorbei entdecke ich einen, der an mindestens 4 PCs einen Internet-Zugang bietet. Bingo! Frage kurz meine e-mails ab und spare mir so den geplanten Besuch im Kulturhuset. Auf der Freilichtbühne "Sollidenscenen" spielt eine Altherrenband leichte Musik, den (überwiegend Senioren) scheint’s zu gefallen. In einigen der Häuser und historischen Werkstätten wird altes Handwerk - wie hier das Flachskämmen - gezeigt.

15:30 - 18:00  Bummel durch  @Stockholm
Habe langsam (nach Druckerstube, Glasbläserei, alter Apotheke) den Eindruck, genug von Skansen gesehen zu haben. Kehre auf dem Weg zurück in die Stadt noch in die "Bathal" (Boothalle) ein, um Ruderboote, Jollen und überschaubare Schiffskuriositäten (wie ein knapp 6m langes seetüchtiges Modell einer Segeljacht oder das Luftkissenboot, das in Skandinavien gefertigt wurde) zu betrachten. Der Eintritt ins Vasamuseet (Wasa-Museum) ist mit zu teuer (KrS 60,-), dito ins Nordiskamuseet. Im Historiskamuseet (Historisches Museum) sollte es zwar ebenfalls KrS 60,- kosten, da ich aber erst 20 Minuten vor Schließung des Museums eintreffe, werde ich an der Kasse durchgewunken und kann die Goldkammer (mit teilweise sehr detailreich ziselierten Halsringen) und eine Etage mit Funden aus der Wikingerzeit kostenlos sehen. Nieselregen setzt wieder ein; ich verziehe mich auf einen Kaffee (nur KrS 5,-!) nach McDonalds.

18:00 - 20:15  und Weiterbummel
laufe über Kungsgatan (Einkaufsstrasse mit Autoverkehr) und Drottninggatan (Einkaufsstrasse ohne Autoverkehr) am Riksdagshuset (Reichstagsgebäude) vorbei zum Königlichen Schloss. Erstmals seit heute morgen treffe ich auf vertraute Gesichter (Stephan und Anke). Durch die Altstadt (Västerlanggatan mit vielen Touris und überquellenden Restaurants) hin und (durch Parallelstrasse, mindestens ebenso pittoresk, keine Touris, geschlossene Restaurants) her. Am Königspalast einige Wachsoldaten in repräsentativer Uniform. Ich berühre eher zufällig eine der Kanonen. Sekunden später ein Absatzknallen, der nächststehende Wachsoldat kommt auf mich zu und sagt – mit einer kaum erwarteten Freundlichkeit: "Don’t touch the canons, please." Mit seiner Hand zeichnet er eine imaginäre Linie auf den Asfalt: "You are supposed to stay behind that line." Ich versuche, möglichst verständnisvoll zu nicken und ziehe mich zurück.

20:45 - 21:15  Treffen im Hauptbahnhof  @Stockholm

21:13 - 23:59  Abfahrt Stockholm
mit kleiner Hektik: gegen 20:50 versuche ich, mein Gepäckschließfach wieder zu öffnen, aber der Schlüssel lässt sich nicht drehen! Alle mir einfallenden Varianten schlagen fehl, leichte Nervosität stellt sich ein. Ich laufe wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Halle, einem Gepäckaufbewahrungspiktogramm hinterher, das sich auf einem Bahnsteig verliert, bis ich auf dem Bahnsteig jemanden halbwegs offiziell aussehenden finde. Schnell mein Problem geschildert, wendet er sich per Walky-Talky an weiteres Hilfspersonal, das in Form zweier Damen sich mir zur Seite gesellt. Gemeinsam versuchen wir – vergeblich – den Schlüssel dazu zu bewegen, sich zu bewegen. Leider immer noch vergeblich. Schließlich kommt einer der beiden Damen der rettende Gedanke: „Do you have a lot of luggage in here?“ Wer mich kennt, weiß, dass meine Antwort nur ein „Yes“ sein kann. Sie tritt kräftig gegen die Tür ... und der Schlüssel lässt sich drehen. Ich schnapp meine Siebensachen und erreiche gerade noch rechtzeitig unseren Zug. Im Zug dann ruhiges Zuordnen der Liegen. Anderthalb Tage habe ich jetzt schon nicht mehr geduscht; ich fühle mich nicht sehr wohl in meiner Haut. Andererseits ergab ein kleiner Sondierungsgang im Zug, dass der nächste Waggon einer der ersten Klasse ist – mit Duschkabine. Ein kurzes Beratschlagen und Abwägen mit mir – und ich stehe unter der Dusche. Zügig abgetrocknet und mit frischer Leibwäsche fühle ich mich fast wie neugeboren.
 
 

2000-08-25


00:00 - 05:00  Nahezu ungestörte Nachtfahrt
auf z.T. ausgezeichnetem Unterbau. Wären nicht vereinzelte Kurven und die damit verbundenen Zentrifugalkräfte aufgetreten, hätte man mitunter nicht gewusst, ob der Zug fährt oder steht. Keine Gleisstöße, kein Schlingern, kein Vergleich mit anderen Bahnstrecken wie z.B. der Transsib mit ihren ausgeschlagenen Gleisen.
 

07:00 - 08:00  Frühstück
Im nächsten Waggon laden normale Sitze zum Frühstück ein: Müsli mit Multivitaminsaft. Die 20 Minuten Aufenthalt in Umea nutze ich, um auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofsvorplatzes 2 Becher Kaffee für 10 Kronen (statt im Zug einen Becher für 15 Kronen) zu kaufen. - Wolfgang und Sarah im Abteil.

11:15 - 11:30  Umsteigen @Boden

14:17 - 14:47  Ankunft @Kiruna
mit 5-minütiger Verspätung. Auf den letzen dutzend Kilometern wurde die Birkenvegetation schon kleinwüchsiger und es herbstelte - wegen des Gelbstichs der Blätter - schon leicht. Frank und Nina empfangen uns am Bahnsteig. Zügiges Verstauen des Gepäcks im Dachzeltbus - übrigens derselbe wie bei der Libyentour. Da wir die letzte Bergwerksführung dieser Saison um 45 Minuten knapp verpasst hatten, schlägt Frank einen sofortigen Start auf die Landstrasse ohne weiteren Aufenthalt in Kiruna vor. Unser Plan für heute: Fahrt nach Finnland. Da wir sonst keine Gelegenheit mehr hätten, schwedisches Hartgeld loszuwerden, werden die letzten Kronen am Bahnhofskiosk in Getränke und ähnliche Spontanbedürfnisse umgesetzt.

15:30 - 15:30  Durchfahrt @Yggamni (???)

18:00 - 21:00  Eintreffen im Campingplatz Hetan Lomankylä @Enontekiö
Maccaroni mit Tomatensauce zum Abendessen (ohne mich). Die Stechmücken nerven. Für einen Saunabesuch wäre es zu spät, meint der Campingplatzbetreiber. Vielleicht wird es ja morgen früh was. In der Zwischenzeit ist es sehr kühl geworden; werde mich bald in die Koje verziehen.

21:30 - 21:45  Kleiner Spaziergang
mit ca. 8 Mitwanderern zum Fluss hinter dem Campingplatz.
 
 

2000-08-26


05:50 - 10:35  Aufwachen in  @Finnland
War der erste off board. Aufschließen der wichtigsten Türen. Erster Früchtetee mit - in der Küche heiß gemachtem - Wasser. Mein Vorschlag, in Küchennähe zu speisen (Wasser in Hülle und Fülle, Heißwasserzubereitung auf Elektroherd statt auf Gaskocher, unkomplizierter Abwasch) wurde von Nina abgelehnt: "Dieses ist der einzige Campingplatz, der diesen Komfort bietet. Und wir wollen Euch besser garnicht daran gewöhnen." - Erneuter Saunavorstoss, während Frank und Nina Lebensmittel bunkern fahren, einige einkaufen und andere wandern. Schließlich bleiben Hans-Peter und ich übrig. Herrlich, ein Saunabesuch in Finnland. Geht’s noch originaler? Mit dem Campingplatzbetreiber werde ich schnell einig: 100 Schwedische Kronen für 1.25 Stunden. Er heizt die Sauna bereits ein, während ich mir die Räumlichkeiten anschaue: die hintere Hälfte der Küchenhütte ist für die Sauna reserviert. Ein Vorraum, ein Nassbereich mit Dusche und die eigentliche Sauna. Der Saunaofen wird von außen mit Birkenholzscheiten geheizt. Rechts neben dem Gebäude ein kleiner Teich, der das Tauchbecken vollwertig ersetzt. Vor dem zweiten unserer drei Saunagänge erinnere ich mich des japanischen Teebaumöls, das in meiner Kulturtasche liegt und den nächsten Aufgüssen ein besonderes Flair gibt. Herrlich erfrischend und ermattend zugleich. – Treffen mit den anderen an der Esso-Tankstelle und Abfahrt.

11:00 - 14:15  Juhl's Silvergalery @Kautokeino
Nach einem weiteren fast unbemerkten Grenzübertritt von Finnland nach Norwegen machen wir zunächst eine kurze Pause an einem Bankautomat, um norwegische Kronen zu ziehen. Längerer Aufenthalt in der heimlichen Hauptstadt der Lappen an Juhl's Silbergalerie. Wir haben das Glück, von der Künstlerin selber (Regine Juhl) in ihrer liebenswert-dominanten Art durch ihre Verkaufsräume und die sie inspirierenden Assoziationen geleitet zu werden. - Kleines Mittagspause mit den Nudel- und Gurkensalatreste des Vorabends.

15:45 - 16:45  Samen-Center
schließt leider bereits um 16:00. Kleine Wandtafelpräsentation, grosser Verkaufsbereich und einige Außenanlagen (mit Rentiergehege)

18:00 - 20:30  Nachtlager im  @Stabbursdalen NP
NP ... nasjonalpark, dem weltweit nördlichsten Vorkommen eines Kiefernwaldes. Ca. 150km südlich des Nordkaps biegen wir von der Asfaltstrasse am Porsangerfjord nach Westen auf eine Schotterpiste ab. Nach ca. 6km finden wir an einem Parkplatz 500m vom Stabburselva entfernt unser Nachtlager. Feuerholz wird gesammelt, um ein Lagerfeuer zu machen und vorhin gekauften Lachs zu grillen. Für die Vegetarierer gibt es alternativ gegrillte Zucchini im Angebot.
 
 

2000-08-27


03:40 - 04:25  Erste Regenüberraschung
Werde durch Geraschel und Geräusche um mich herum wach. Außerdem durch Regengetröpfel auf die Zeltplane ... Regenalarm. Alle müssen aus den Zelten, die Zelte werden zusammengeklappt, die von Frank herbeigeschaffte Regenplane wird ausgebreitet, befestigt und mit den Zelten ausgeklappt.

06:30 - 08:45  Frühstück
Dusche mich (als einziger), helfe beim Aufbau des Vorzeltes und genieße Müsli mit am Vorabend gesammelten Blaubeeren.

08:45 - 14:15  Wanderung zum  @Njakka
Nach 10 Minuten Fußweg wird der Fluss durch den Stabbursdalen NP über eine Hängebrücke überquert, dann  scharf links und immer den roten Farbflecken und - seltener - den Steintürmchen folgend, geht der Weg kontinuierlich bergan. Zunächst durch dichten Mischwald, der zunehmend aufgelockerter wird, über Stock und Stein, durch dichte Blaubeermatten - wo sind eigentlich all die Wildtiere, die diesen Reichtum der Natur ernten könnten? - bis schließlich über Geröllfelder hin zu einer mit einem Baumstämmchen markierten Spitze. Die Spitze stellte sich als eine relative Anhöhe an der Abbruchkante eines Fjells heraus, hinter der es sanfter weiterhin bergauf ging. Uns (Sarah, Wolfgang und dem Chronisten) reichte es nach einer Verschnaufpause und "Beweisfotos". Auf demselben Weg führte der Weg bei leider wieder einsetzendem Nieselregen wieder hinab zum Parkplatz. – Die Sprüh-Imprägnierung meiner Weste hat leider den Tropfen nicht stand gehalten. Ich werde sie morgen wiederholen.

14:45 - 18:00  Fahrt nach  @Alta
Durchsetzt von Regenschauern, fahren wir bei beschlagenen Scheiben zunächst auf die Hauptstrasse Richtung Nordkapp, biegen dann bei Russenes nach Westen ab (keiner von uns wollte zum Nordkapp), passieren den Abzweig nach Hammerfest (noch 50km zur nördlichsten Stadt dieser Erde) und irren in Alta nach der Suche nach einem noch geöffneten Campingplatz etwas umher. Ich wette mit Iris, meiner heutigen Sitznachbarin, wie häufig wir bestimmte Brücken in Alta heute noch wiederholt passieren. Ich lag mit meinem Vorschlag „dreimal“ genau richtig.

18:15 - 21:00  Unterkunft im  @Alta River Camping
Fühlte mich heute nachmittag nicht so besonders wohl (Kälte? Nässe? Erschöpfung nach der Wanderung? Gönne mir spontan eine der Kabinen (partielle Innenansicht) statt des Dachzeltes. Ursprüngliche Forderung der Campingplatzbetreiberin: 350 Kronen. Meine erwiderung: Ich sei "Einzelnutzer" der Vierbettkabine. Als gut: 300 Kronen. Wie es mit Bettwäsche aussähe? Ja, für 50 Kronen extra. Ich schau sie treu an - also gut: Bettwäsche gibt's ohne Aufpreis. Und da sei da noch die Sache mit den Bus-Campinggebühren. Immerhin hatte Frank ja für jeden von uns bereits 25 Kronen bezahlt gehabt. Also gut, sie willigt ein: 275 Kronen. – Abendessen unter Vordach und neben Regenplane: Gemüsesuppe und Früchtejoghurt.
 
 

2000-08-28


08:45 - 09:00  Absetzen der Museumsbesucher am Alta-Museum
5 aus unserer Gruppe haben dem Museumsbesuch den Vorzug gegenüber der Wanderung zur Alta-Schlucht gegeben. Das Museum ist hauptsächlich den 3000 Felszeichnungen gewidmet, die 1973 in der Nähe entdeckt wurden.

09:00 - 10:00  Geldwechsel und Wechsel @Alta

10:15 - 10:45  Fahrt in Richtung Alta-Schlucht

10:45 - 15:00  Wanderung zur  @Alta-Schlucht
Der Bus wird am Wegende geparkt. 2 Stunden hinweg über Steine, Sumpf (teilweise mit Bohlenwegen und Trittsteinen gesichert) und durch 3 Flüsschen hinweg zu einem Steilabbruch (ca. 300 m über dem Alta-Fluß). Nette spektakuläre Aussichten mit dem gewissen Thrill. Bei einsetzendem Regen Rückweg mit teilweise Blicken auf die Bergwelt im Nordwesten Altas.

15:15 - 15:30  Abholen der Museumsbesucher @Alta

16:00 - 18:00  Weiterfahrt nach  @Jökelfjorden
bei strömendem Regen. Mein kleiner Taschencomputer, ein HP200LX, beginnt, Tastendrücke eigenwillig zu interpretieren. Wahrscheinlich hat er bei der Wanderung zur Alta-Schlucht einen Hauch zuviel Feuchtigkeit abbekommen. Kurz danach scheitern sogar Paßwort-Eingaben und er versagt seinen Dienst komplett. Lasse ihn sich für heute nacht einfach erholen und weiter in Ruhe. - Nach der Ankunft am zweiten der zwei vorgeschlagenen Übernachtungsplätze, dem Wendehammer am Strassenende (der erste Vorschlag, neben einem Schrottbus unser Nachtlager aufzuschlagen, wurde lautstark abgelehnt), Aufbau der Dachzelte, der Regenplane und des Vorzeltes bei intermittierendem Niederschlag. Abendessen (Chili – für die Nichtvegetarierer – con Carne) dann wieder bei Dauerregen. Scheißwetter! Habe Mitspieler für Speed, Continuo und Set gefunden.
 
 

2000-08-29


06:15 - 07:00  Dusche ohne zusätzlichen Niederschlag
mit meiner Solardusche. Sie findet später noch bei Eva und Björn-Mich Gefallen. - Kurze Kontrolle: der HP200LX tut's wieder. Ein kleiner Stein fällt mir vorm Herzen. Ist eben doch ein robustes kleines Kerlchen ...

08:45 - 12:00  Wanderung in Richtung  @Öksfjordjökelen
Leider hängt die Wolkendecke auf ca. 150 m Höhe fest und gestattet nur einen Blick auf den unteren Teil des Gletschers. Über Felsbrocken hart an der Brandungslinie oder - wo der Weg unpassierbar erscheint – durch morastig-feuchtes Gestrüpp und durch Bäche den Hang entlang.

13:15 - 18:30  Abfahrt vom  @Jökelfjorden
mit Zwischenstopp an einem 400 m hoch gelegenen Aussichtspunkt (mit Cafeteria) über Kvänangen. Der Blick auf die archaisch wirkende Fjordlandschaft mit den wie riesigen Krokodilen ins Meer gestreuten Felseninseln im Meer wirkt schon fantastisch. 30 min Shoppingstopp in Slorslett. - Sitze während der Fahrt heute vorne. Erlaube mir, unterbrochen von norwegischer Tanzmusik einen Vortrag über die nordische Mythologie und - später - über Norweger und ihr Verhältnis zur Natur vorzulesen. - Pinkelpause.

18:45 - 19:15  Ankunft in  @Tromsö
 
 

2000-08-30


08:30 - 20:15  Ein Tag in  @Tromsö
Wir fahren mit unserem Bus zunächst vom Campingplatz zu einem Hafenparkplatz. Ich schließe mein Gepäck - bis auf den Tagesrucksack - in einem Schließfach im Traffiktriangel-Gebäude ab. Leider nehme ich zu spät war, das es bereits um 16:30 schließt. Wir wandern zum Tourist Information Center, um dort zu erfahren, dass wir am Hafen in das Büro der Hurtigruten-Vertretung hätten gehen müssen. Also zurück das Ganze. Unsere Studenten-Stati und (spontan sich bildende) Pärchen werden von Sabine erfasst und als Liste einer Mitarbeiterin übergeben. 19 aus unserer Gruppe werden mitfahren. 2 haben sich für Whale Watching optiert und drei bleiben im Bus. – Ich gehe auf eigene Faust in die Stadt hinein. Hier ein bisschen Shopping, dort ein Bummel am Hafen entlang (Stilleben mit Netzen). Lasse mir im Tourist Office den Weg zum nächsten öffentlichen Web-Terminal sagen (in der Stadtbibliothek). In einem Bogen muss man sich für ein halbstündiges Zeitfenster eintragen, mir passt’s zunächst einmal ab 12:30. Besuch im sehenswerten und museumspädagogisch nett hergerichteten Polar Museum. In dem den frühen Überwinterern und Jägern in Svalbard (Spitzbergen), Jan Mayen und in der Barentssee bevorzugt gedacht wird. Amundsen-Raum und Nansen-Raum erinnern an die Pioniere der Polarforschung. – Nach dem Mittagessen am Dachzeltbus und Proviantbunkern für die Bootsfahrt trennen sich unsere Wege wieder, für die Hurtigruter bis 24:00, ansonsten bis zum 31. gegen 19:00. In der Bibliothek kann ich meine e-mail sichten, einige wenige beantworten, meinen Aktienportfoliobestand mit Wohlwollen betrachten und die letzten Nachrichten aus Deutschland abrufen. Nur die Beschränkung auf 30 Minuten ist leicht nervig. Surfe mit Hans-Peter in dessen halber Stunde durch seine Lieblingsaktienbeschreibungen. – Fortsetzung des Besuchs im Polar-Museum. – Verlager mein Gepäck zum nächsten Gepäckdepot, dass zumindest bis 24:00 geöffnet hat. – Fahrt mit Bus und Seilbahn zum Aussichtsplateau oberhalb Tromsös. Drachenflieger umkreisen die Kabine. Fahre mit der nächsten Bahn wieder hinab, laufe zur Eismeerkapelle (offiziell Tromsdalen Kirk) mit Besichtigung.  Architektonisch ganz nett, aber die unspektakuläre Innenausstattung rechtfertigt meiner Meinung nach nicht den Eintrittspreis von 20 Kronen. – Wanderung über die Tromsö-Brücke zurück nach Tromsö. Treffe auf Claudia. Asse mich von ihr überreden, dass das Polaria-Museum – entgegen den Prospektangaben - geschlossen habe und fahre mit ihr zum Tromsö-Museum im Westen der Stadt. Dort stellt sich heraus, dass sie Polaria mit dem Polar-Museum verwechselt hat ... – Tromsö-Museum: nette Ausstellung zur Mineralogie, Fauna und Kultur Nord-Norwegens. Nach dem Rückweg trennen sich unsere Wege. Ich suche ein Fischrestaurant.

20:30 - 22:30  Abendessen in der "Peppermölle" @Tromsö
Man gönnt sich ja sonst nichts: Habe mir ein Seeteufel-Filet-Medaillon (Nr. 109 auf der Speisekarte) und Wasser bestellt. Erhalte Wasser in Karaffe mit Eiswürfeln, ein Brötchen mit je einem Tiegel Butter und Knoblauchmayonnaise, ein Schälchen Gurkenscheiben, Das Hauptgericht: Ein nicht zu kleines, kurz angebratenes  Medaillon, dutzenden von gekochten Chrimps in einer Shrimps-Sahne-Sauce und drei Kartoffeln. Zum Abschluss noch ein Kaffee.
 
 

2000-08-31


00:00 - 00:30 Treffen am Hafen @Tromsoe

01:30 - 18:45  Hurtigruten-Fahrt
Tromsö - Finnsnes (04:45) - Harstadt (08:00-08:45) - Risöyhamn (11:15) - Sortland (13:15) - Stokmarknes (14:30 - 15:45) - Svolvär (18:45) Kurz nach 00:00 haben sich alle Hurtigruter zusammen gefunden. Unser Schiff, die Polarlys, legt an, Passagiere mit relativ wenig Gepäck steigen aus, wir steigen zu, kurzer Aufenthalt an der "Reseption" auf Deck 3, dann ist uns ein Tagungsraum auf Deck 4 als gemeinsamer Schlafsaal zugewiesen. Für 19 Personen ist er doch zu klein, 10 von uns verteilen sich auf Sitzgruppen in den oberen Decks. Ich schlafe saukomfortabel mit meinen Thermarestmatten und dem Bettbezug als leichten Schlafsack. – Werde gegen 05:00 wach, biete Andre, der ganz ohne Schlafhilfen auf dem Boden kauert, wenigstens meine Matten für einen Restschlaf an, dusche mich und genieße die erste Tasse Tee. Die geschlossene Wolkendecke lässt leider keinen Blick auf die Schneefelder auf den Fjell-Höhen zu. – Das Wetter bleibt den ganzen Tag hinweg wechselhaft, teils geschlossene graue Wolkendecke, teils aufgelockert bis hin zu fast blauem Himmel. In Stokmarknes stößt der Dachzeltbus während unseres Aufenthaltes zu uns. - Wir versuchen uns vor dem Fahrtwind zu schützen (Simone). - Auf halbem Weg zwischen Stokmarknes und Svolvär fährt die Polarlys noch in den Trollfjord hinein, einer der Höhepunkte unserer Fahrt inmitten dieser schroffen Gebirgs- und Inselwelt. Zwei Kilometer lang, aber an der Einfahrt nur 100 Meter breit, flankiert von steil aufragenden Felswänden. Beim Wendemanöver steuert der Kapitän den Bug bis auf ca. 3 m an die Felswand heran.

18:45 - 19:15  Fahrt zum Campingplatz in @Kabelvaog
bei sich zunehmend schliessender Wolkendecke.

19:15 - 20:00  Unangenehme Information
Frage meine Voice-Mail-Box ab. Zwei Rückrufwünsche: eine Redakteurin der Frankfurter Neuen Presse (FNP) bat am Vortag um einen Rückruf wegen Berkersheim.de und Dieter teilte mir mit, dass in der heutigen Ausgabe der FNP ein fünfspaltiger Artikel zu diesem Thema (""Berkersheim gehört diesem Homburger"") mit Foto von mir erschienen sei. Bin erstmal irritiert und es verschlägt mir den Appetit auf das Abendessen. Rufe Dieter und später Ulrike an, um mich zu beratschlagen.

21:00 - 21:45  Abendunterhaltung @Kabelvaog
Kartenspiel (Set), bis es zu dunkel wird, um die Kartenfarben noch verlässlich zu unterscheiden.

23:00 - 23:59  Nachtregen
Hans-Peter wirbt für einen regenplanenfreien Zeltaufbau. Zum Glück erfolglos: gegen 23:00 setzt ergiebiger Regen ein, der bis ca. 08:00 andauert. Langsam nässt unser Eckzelt an der Außenecke durch, es wird unangenehm. Werde durch Regengeprassel immer wieder wach. Gegen 03:30 muss ich meiner vollen Blase Tribut zollen, werde beim Leiterabstieg von einem Wasserschwall von der Regenplane überrascht und verletzte mich leicht beim etwas überhasteten Abstieg.
 
 

2000-09-01


07:30 - 09:00  Morgenverrichtungen
Habe keine große Lust, bei dem Regenwetter das Zelt zu verlassen. Aber was soll's, bringen wir's hinter uns. Habe am Vorabend am entgegengesetzten Ende des kleinen Hafenbeckens ein Wasch- und Toilettenhäuschen - mit Warmwasserhahn - entdeckt. Fülle meine Solardusche mit warmem Wasser, befestige sie zentral an der Decke und genieße die Dusche, ohne - wie die anderen Mitduscher - offiziell 10 Kronen bezahlt zu haben.

09:30 - 13:00  Lofotenmuseum, Aquarium und Kirche @Svolvär
Lofotenmuseum. Nutze die Zeit und lasse mir den FNP-Artikel über mich von meiner Voice-Mail-Box aus ins Museum zufaxen. Rufe Redakteurin an, schildere meine Sicht der (Web-)Dinge, informiere Dieter über meinen Fortschritt und widme mich dann endlich wieder dem Museum: Fischhakengeschichte, Stockfisch als Fastenspeise und Unterwäscheausstellung. Aquarium: Außenbereich mit Seeotter und Seehund, innen diverse Süss- und Salzwasserbecken. Kirche (größte Holzkirche Nord-Norwegens, ca. 2 km entfernt) hat leider geschlossen.

13:45 - 15:15  Besichtigung @Henningsvär
Nettes Fischerdorf. Leider erschließt sich mir - wahrscheinlich wegen des Dauernieselregens - der Reiz des "Venedigs der Lofoten" nicht auf Anhieb.

16:00 - 18:15  Campingplatz Brustranda in @Strandslett
Will gar nicht den warmen Platz im trockenen Bus verlassen. Schließlich treffen wir uns alle im Gemeinschaftsraum nebst Küche), in dem es schnell gemütlich warm wird. Helfe beim Zeltaufbau mit Regenplane (diesmal ohne Abstimmung, das Ergebnis wäre zu eindeutig).
 
 

2000-09-02


00:30 - 08:30  Übernachtung im Gemeinschaftsraum @Strandslett
Habe mit Hans-Peter vorgezogen, im Gemeinschaftsraum zu übernachten. Dauerte zwar bis 0:30, bis wir den Raum für uns hatten, danach konnten wir uns einrichten. Vergebliches Spähen noch Polarlicht, obwohl der Himmel fast wolkenfrei ist. Morgens Duschen in der Duschkabine mit meiner Solardusche. Gemeinsames Frühstück und Aufräumen des Raumes. Himmel ist teilweise blau dominiert, die Sonne bricht durch.

08:30 - 09:30  Fahrt nach @Leknes
mit einem Shopping Stop

10:00 - 10:45  Ortsbesichtigung @Nusfjord
Nettes verlassen erscheinendes Fischerstädtchen. Für mich immer faszinierend, wie klar das Wasser in den norwegischen Hafenbecken ist. Bis in 4, 5 Meter Tiefe ist es es kein Problem, Steine, Algen und - selten - Gerümpel auszumachen.

10:50 - 13:05  Wanderung
Vom Nusfjord nach Nesland: Erstes Drittel war sumpfig und steil, zweites Drittel war steil und sumpfig, drittes Drittel war relativ nett zu gehen, aber auch nicht unsteil und unsumpfig.

13:05 - 13:30  Mittagessen am Bus @Nesland

14:30 - 15:00  Verkürzter Aufenthalt in @Reine
Der ursprüngliche geplante Aufenthalt von einer Stunde in Reine wurde nach plötzlich einsetzendem ergiebigem Regen auf eine halbe Stunde einstimmig gekürzt.

15:45 - 21:00  Regenvariationen in @Å
Wir treffen am Ende der Europastraße 10 ein. Es regnet fast nicht. Vor der verschlossenen Jugendherberge ruft Nina die Nummer des Herbergsvaters an, der kurz danach eintrifft und uns zu einer Häuschen 150 m weiter lotst. Es regnet. Das Häuschen bietet _ein_ Sanitärräumchen mit Toilette mit Dusche, Waschbecken und - wie wir später feststellen - nicht funktionierender Waschmaschine, einen Wohnraum mit Kochnische und drei Räume mit insgesamt 9 Betten. Es pladdert. Wir spielen diverse Kartenspiele: Set, Mus, Continuo, Doppelkopp, Skat. Es regnet schwächer. Abendessen wird zubereitet, Reis süßsauer. Schön die Rollenverteilung: die Frauen kümmern sich intensiv um's Abendessen, die Männer genauso intensiv um's Kartenspielen. Ich verziehe mich vor dem Trubel mit der "Asche meiner Mutter" in das hintere der Schlafzimmer. Es regnet wieder stärker. Das Essen mundet – mit deutlichem individuellen Nachsalzen. Es schüttet. Bei diesem Regen ist der Wunsch, im Dachzelt zu schlafen, sehr gering. Wegen der knappen Bettenzahl wird gelost um die 7 freien Betten (Frank und Nina reservieren das 2-Bett-Zimmer, da sie hier ihr Zelt nicht aufschlagen können) und um 2 Matrazenplätze in einem der Schlafräume. Ich habe mir frühzeitig mit meinen Thermarestmatten einen Platz in einer Gang-Nische gesichert, einige wollen freiwillig auf dem Bus übernachten. Anschließend – es regnet unverändert – setzt ein Schachern und Kungeln um die konkrete Zimmer- und Bettenzuordnung ein. – Ich bin irritiert, als es zu mal für 2 Minuten zu regnen aufhörte. – Spülen und abtrocknen. - Die Regentropfen bilden Pfützen, in denen sich das Licht der gegenüberliegenden Laternen bricht. Wir spielen wieder Karten oder lesen vereinzelt, während es den ganzen Abend ununterbrochen zu regnen scheint ...
 
 

2000-09-03


06:00 - 08:30  Wir wachen auf @Å
und es regnet. Blauer Himmel ist zu sehen und es regnet. Es regnet, regnet, regnet. Selbst wenn es jetzt im Laufe des Vormittags aufklaren sollte, kann ich mir kaum vorstellen, dass viele zu einer Wanderung auf den vollgesogenen morastigen Wegen sich finden werden. - Setze Wasser auf. Es kocht um 07:00. Ich genieße Tee und Müsli (Blick in die Frühstückskiste). Erst gegen 08:00 trudeln langsam die nächsten zum Frühstück ein.

08:30 - 10:00  Wanderung nach  @Moskenes
Graue Wolken hängen schwer am Himmel, während es regnet. Die Wolkendecke wird heller, während es regnet. Blauer Himmel ist zu sehen, während es regnet. Die Sonne scheint, während es regnet. Es regnet, während es regnet. Ist eigentlich die Suizidrate in Norwegen signifikant höher als im Weltdurchschnitt? - Die Tour leidet etwas darunter, dass sie so spät im Jahr - und damit faktisch off season - stattfindet. Viele Campingplätze haben bereits geschlossen, der Passagierverkehr ist ausgedünnt und manche Museen haben bereits Winterruhe – wie konkret das "weltweit einzigartige" Stockfischmuseum in Å, dass offiziell erst wieder am 20 Juni 2001 öffnet. Andererseits hat dieser Zeitraum auch seine Vorteile. Wo sonst begegnen einem während einer Wanderung auf einer Europastrasse zwischen 09:00 und 10:00 nur 9 PKW und ein Fahrrad?

10:00 - 14:00  Moskenes
An einem verregneten Sonntagvormittag. Die Stadt schläft noch. Das einzige Cafe öffnet erst gegen 13:00, die Tourist Info bleibt ganztägig geschlossen. Die Kirche öffnet - entgegen dem Aushang - heute nicht um 11:00, aber das Cafe (für mich) schon vor 12:00. Das Wetter bleibt nasskalt, ich friere trotz der für mich ungewohnten drei Lagen auf dem Rumpf, Handschuhe wären jetzt schön. Kurz nach 12:00 trifft Hans-Peter im Café ein, macht erstmal einen partiellen Strip-Tease und breitet seine Kleidung zum Trocknen um sich herum aus. (Wegweiser in Moskenes)

14:00 - 15:15  Rückkehr
durch Regen, Regen, Regen

15:15 - 16:00  Museumsnachlese @Å
Komme ins Lofotenmuseum, kurz nach Abschluss einer Sonderführung für 15 Interessierte aus unserer Gruppe. Schade. Unterhalte mich noch kurz mit dem Betreiber anfangs in deutsch, später in englisch über Norwegens Rolle in der EU.

16:15 - 21:00  Spielen, Lesen, Abendessen @Å
Lesen: Frank McCourt, Die Asche meiner Mutter Abendessen: Reis süßsauer vom Vorabend, ansonsten: Kartoffeln mit Heringsstipp. - Die Wanderschuhe trocknen langsam vor sich hin.
 
 

2000-09-04


05:30 - 08:00  Duschen, Lesen, Frühstück @Å
Es regnet nicht mehr! Und blauer Himmel überwiegt. Die Kuppen der Berge sind in ca. 600 m Höhe mit Neuschnee überpudert. Mache mich zu Fuß auf den Weg nach Moskenes. Höre dabei anfangs die Nachrichten der Deutschen Welle.

09:00 - 10:45  Internet-Zugang @Moskenes
Tourist-Info am Hafen hat noch geschlossen; klar, ist ja auch noch vor 10:00. Frage im daneben liegenden Mini-Supermarkt (nach dem Kauf eines Dorsch-Angelhaken als lofotentypisches Souvenir) vorsichtshalber nochmals nach. ""Das Office nebenan bleibt geschlossen. Die Saison ist vorbei!"", meint die Verkäuferin. Worauf sich denn der Hinweis 'Öffnungszeiten 10 - 13' bezögen? Ja, auf das Tourist-Office im letzten Ort, Storvaoger, ca. 2 km zurück. Der Dachzeltbus ist in der Zwischenzeit (09:30) ebenfalls eingetroffen. Nachdem Frank und Nina das sehr überschaubare Angebot im Laden gesehen haben, entschließen sie sich spontan, zum letzten Ort zurückzufahren und dort ein etwas besser sortiertes Lebensmittelgeschäft aufzusuchen. Ich fahre mit, finde dort das Tourist-Office und – unseren Museumsführer von gestern wieder. In einem Nebengebäude steht ca. Ein Dutzend PCs, einer wird microsoft-schnell gebootet und ich kann meine e-mails abrufen. Beginne gegen 10:30 meinen Rückweg nach Moskenes zu Fuss.

11:45 - 15:15  Fähre Moskenes – Bodø
Warten vor der Fähre und Verladen des Dachzeltbusses. Fähre legt pünktlich ab. See ist sehr ruhig, keine Anzeichen von Seekrankheit bei mir. Gönne mir nacheinander 6 kleine Zitronen-Cola-Wasser-Eise, was einige Mitreisende amüsiert. Langsam verblassen die schroffen Berge der Lofoten am Horizont. Geschäftiges Treiben in Bodø. Ungewohnt, wieder Ampeln und Autoschlangen zu sehen.

16:15 - 16:30  Tankstopp @Fauske
Nach dem Verlassen des städtischen Trubels schöne Fahrt am Skjerstadt- und Saltdalsfjord entlang.

17:50 - 18:20  Polarsirkelen
Fotostopp. Angeblich weltweit beste Strassenverbindung, die den Polarkreis schneidet. Ausstellung hätte 50 Kronen gekostet, hat aber ohnehin geschlossen. Cafeteria mit 17 Kronen für einen Kaffee, Souvenirshop mit üblichem Ramsch. Hochfläche mit Hunderten von Steinhäufchen sind von Touristenmassen angelegt worden.

19:45 - 20:00  Eintreffen an der Grönligrotte @Kurz vor Mo i Rana
Es ist empfindlich kalt. Bereiten schnell Abendessen (Nudeln mit Tomatensauce, Salat) zu. Sabines Kälteschutz.

21:45 - 23:30  Nächtlicher Klettergang @Setergrotte
Wurde von Frank und Nina angesprochen, ob ich Lust hätte, mit ihnen die etwas unterhalb gelegene und auf der Fahrt zu unserem Nachtlager passierte Grotte zu durchsteigen. Gehen nach dem Abendessen los. Zunächst auf einem Trampelpfad, später einen Felstrichter hinab, durch einen Engpass, hinter dem sich bald ein Saal öffnet. Nina traut sich nicht weiter, wird von Frank zu den Hütten am Waldweg zurückbegleitet. Wir erkunden weiter die Grotte, an einem kleinen Eisberg vorbei, bis hinab zu einem unterirdischen Flüsschen, dessen Verlauf wir in beiden Richtungen folgen. Sind gegen 23:25 wieder am Bus zurück.

23:30 - 23:45  Polarlichter
Sind nicht so spektakulär, wie ich es erwartet hatte. Blass-weisslich-grüne Schleier, die sich an 2, 3 Stellen am Himmel schemenhaft aufbauen, verstärken, weiter wandern und tanzen und dann wieder verblassen.
 
 

2000-09-05


06:30 - 07:30  Kältestart @Grönligrotta
Minimale Nachttemperatur -3C, um 06:30 -1.9C, jeweils in 1 m Höhe über Boden gemessen. Rauhreif bedeckt unsere Tische und Bänke. Dusche mich trotzdem draußen, aber immerhin mit dem warmen Wasser aus dem Waschbecken des neben dem Bus liegenden Cafés. - Morgenstimmung.

09:50 - 13:50  Wanderung
am Svartisvatnet-See vorbei in Richtung der Austerdalsisen-Gletscherzunge des Svartisen. Zunächst 20 Minuten auf Schotterpiste, dann 2 Stunden über übelste, z.T. tief morastige Trampelpfade, dann ca. 1 Stunde über Fels am Fluß entlang, bis dann endlich der Gletscher hinter einer letzten Felsnase zu sehen ist. Er kalbt in einen Gletschersee hinein, auf dem Eisschollen treiben. - Kurze Rast mit Gletscherblick.

13:50 - 14:10  Am Gletscher
Sitze jetzt ca. 15 Meter vom Gletscherrand entfernt. Ein Knistern und Knacken, vereinzelt schussartige Geräusche gehen aus seinem Innern hervor. Vertikale tiefe Spalten sind am Gletschermund zu sehen. Einzelne Eiszinnen brechen ab und stürzen in die Spalten. Eine kalte, weiss-blaue, lebensfeindliche Welt.

14:20 - 17:20  Rückweg
Grösstenteils mit Thomas. Resümee einiger Mitwanderer: Elke: eine Schinderei. Volker: Fordernd. Christoph: Der Weg war zu weit.

17:45 - 18:45  Besichtigung der  @Grönligrotte
Dem Vernehmen nach die grösste Kalksteinhöhle Norwegens. 15 aus unserer Gruppe buchen eine Führung. Die Höhle ist erstaunlich "naturbelassen", auf feuchtem glitschigen Marmor schlittert man abwärts, muss einen unterirdischen Bach überqueren, wird durch veraltete Geländer am Abrutschen gehindert, muss Leitern hinauf steigen, etc.

19:15 - 21:00  Campingplatz @Storheien
Angesichts der kalten Abendtemperaturen ziehen 14 Mitreisende die beheizbaren Kabinen den Dachzelten vor. Mit umgerechnet DM 15,- pro Nase ist dieser Luxus auch nicht überbezahlt.
 
 

2000-09-06


06:10 - 07:40  Wassernotstand
Will mich in der relativ primitiv eingerichteten Herrendusche duschen, werfe meine 5 Kronen für 3 Minuten ein, stelle den Wasserhahn auf ... und nichts kommt! Auch in den Waschbecken vor der Dusche tröpfelt es höchstens. Frank und ich begeben uns zum Haus des Campingplatzbetreibers, aber auf unser Klingeln gibt es keine Reaktion. Unverrichteterdinge und etwas verstimmt hole ich meine Solardusche, fülle sie mit Eiswasser aus dem Bus-Aussentank und versuche sie, an Wasserrohren in der Duschzelle zu befestigen. Leider nicht korrekt, sie fällt aus 2 m Höhe zu Boden und zerplatzt. Aus ist es mit der Privatdusche! Ungeduscht beginnt der Tag. – Tiefste Temperatur der vergangenen Nacht: -3.5 C. Rauhreif bedeckt die Wiese, unsere Tische müssen erstmal frei geschabt werden, dampfend stehen die Kaffee- und Teetassen vor uns auf den Tischen. – Christoph bleibt ganz begeistert: "Die 60 Kronen für die Hütte waren eine gute Investition. Auf jeden Fall besser als die 60 Kronen für die Höhlenwanderung."

09:15 - 09:35  Pinkelpause @Kurz südl. Korgen
Endlich wieder ein WC mit funktionierendem "W". Die PP wurde gleichzeitig zu einem 2. Frühstück von vielen genutzt.

10:30 - 10:45  Fotostopp @Laksfossen
Wieder einmal sind wir zu spät in der Jahreszeit, um noch springende Lachse zu sehen.

16:30 - 19:30  Stadtbummel @Trondheim
Moderne Einkaufsstadt mit lange zurückreichenden Wurzeln. Fast komplett von Kanälen und Flüssen (Nidelva) umschlossene Innenstadt. Überraschend viele große, nett anzuschauende blonde Norwegerinnen. Komme, während ich vor dem Nidaros-Dom (Teilansicht) sitze, mit einer ins Gespräch über die Geschichte der Kirche und ihre Aktivitäten. Vorbei an der Kjöpmannsgate und ihren restaurierten Lagerhäusern schlendere ich langsam zu unserer Pizzeria in der Fjordgata. Warten auf unsere Pizza as much as we can.
 
 

2000-09-07


06:15 -  08:15  Tagesbeginn @Trondheim
Angenehm, erstmals wieder seit Finnland eine ganze Nacht ohne Regenplane zu schlafen. Morgentemperaturen liegen bei 15 C, fast warm nach den letzten beiden Nächten. - Duschen sind gut, kostenlos und zahlreich. - Bei der Einfahrt nach Trondheim müssen alle Autofahrer eine Eintrittsmaut bezahlen, um die Fahrt in der eigenen Stinkkiste attraktiv zu machen. Wir bezahlen z.B. 24 Kronen für den Dachzeltbus. Diese Maßnahme wirkt sich wohltuend auf die Verkehrsdichte aus: selbst die Strassen, die direkt vom zentralen Marktplatz aus abgehen, sind schwach befahren.

08:50 - 10:40  Besichtigung II @Trondheim
Im wesentlichen dem Nidaros-Dom gewidmet. - Warten auf die Weiterfahrt.

13:00 - 16:00  Fjellwanderung @Dovrefjell
auf der Suche nach Moschusochsen. Eiskalter Wind blies über die Hochebene, die schon herbstlich-farbenfroh Flecken von hellgrün bis dunkelrot aufwies.

17:15 - 17:30  Stabkirche @Ringebu
leider geschlossen.

18:00 - 20:30  Übernachtungsmodifikation @Lillehammer
Die ursprüngliche Planung, an einem Gebirgssee eine Außenübernachtung zu machen, haben wir angesichts der wieder einsetzenden ergiebigen Schauer sehr kurz in Frage gestellt und zugunsten einer Übernachtung auf einem Campingplatz in Lillehammer geändert. Der erste angesteuerte Platz erschien Frank zu teuer, der zweite Platz war hingegen an der Rezeption unbesetzt. Wir entschließen uns trotzdem, unmittelbar vor dem Eingang zum Sanitärbereich unseren Bus aufzustellen. Es regnet weiterhin. Wir bauen Bänke und Tische in den schmalen Gängen auf, bereiten Salat und Lachs dort vor und drängeln uns aneinander vorbei. Die Rezeption soll zwar erst um 21:00 besetzt sein, andererseits findet sich dort ein Hinweis "Suchen Sie sich selbst einen Platz." Und nicht anderes haben wir getan.
 
 

2000-09-08


09:00 - 10:45  Stadtbummel @Lillehammer
Start am Touristeninfo-Büro. Kleines Bergstädtchen ohne alpines Umland. Viele Sportartikelgeschäfte. - Selbst die Kanaldeckel erinnern an die Olympischen Winterspiele in Lillehammer 1994.

11:00 - 14:00  Freilichtmuseum "Maihaugen" @Lillehammer
Habe mich bereit erklärt, die Rolle des Reiseleiters für diesen Part zu übernehmen. Frank und Nina brauchen damit jetzt nicht hier am Eingang zu sein. Der Aufenthalt beginnt mit einer deutschsprachigen Führung durch eine Norwegerin, der es gelingt, uns in die Zeit der vergangenen Jahrhunderte in den holzgebauten Bauernhäusern, Schule und Stabkirche eintauchen zu lassen. Wie vor Jahrhunderten: eine saubere Geschlechtertrennung in der guten Stube. Vor der Stabkirche ein Pranger, lebensnah - inklusive Steinigung - von Andre besetzt. Anschließend Besichtigung einer Sammlung von Objekten der vergangenen 1000 Jahre sowie einer gelungenen Präsentation zur Geschichte Norwegens von der Eiszeit bis heute. Einhelliger Tenor beim Besteigen des Busses: der Besuch hat sich gelohnt, nur die Zeit war zu kurz.

16:30 - 17:15  Holmenkollen-Skiflugschanze
und ihre Rekordhalter

18:00 - 19:30  Rückreisevorbereitungen @Bogstadt Camping
Letztes Umpacken für die Rückreise. - Der Bus wird gründlich gereinigt; der Mittelgang zwischen den Zelten vor und während des Ausfegens. - Letztes gemeinsames Abendmahl und Übergabe des Abschiedsgeschenks an Frank und Nina.

20:00 - 22:30  Vigelandpark @Oslo
Fahre mit Bus (Linie 32) und U-Bahn (Linie T-2) vom Bogstad Camping-Platz zu Majostün und laufe in Richtung Frogner Parken. In der Vigelande-Anlegget stehen hunderte von Statuen dieses Künstlers, die im wesentlichen zwischen 1920 und 1943 entstanden. Einerseits spiegeln sie in ihrer Nacktheit Natürlichkeit und pure Emotionen wider, andererseits erinnern sie mich in ihrer Massigkeit und Wuchtigkeit an Werke Boteros oder an die Wächterfiguren im Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Mein Favorit: der "Hitzkopf".  - Werde auf dem Rückweg von einem „Seemann“ um eine Bierspende angehauen. Der Typ gefällt mir, ich unterhalte mich auf deutsch mit ihm über die teure Lebenshaltung in Norwegen und die Rigorosität deutscher Urlauber. Er bekommt seine Spende.
 
 

2000-09-09


06:00 - 08:05  Letztes Frühstück vor dem Bus @Oslo
Zum Abschluss noch mal eine Nacht ohne Regenplane. Rasen, Tische und Zelte sind mit Tau benetzt. Letztes Duschen, Endreinigung der Zeltböden, Verteilen der letzten Lebensmittelvorräte, Fahrt nach Oslo hinein.

08:45 - 12:30  Stadtbummel @Oslo
Langsames Schlendern durch eine erwachende Großstadt. Sehenswert: das Rathaus - von innen. Mit geräumigen Ölgemälden und Wandteppichen norwegischer Künstler (wie Munch) werden Impressionen des Lebens in Norwegen bis 1950 vermittelt. Eindrucksvoll: in der Eingangshalle links die Schilderung des Leidens während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg (Ausschnitt). Blick aus dem Rathaus heraus auf den Hafenbereich.

12:30 - 23:59  Fähre @Oslo -> Kiel
Treffen am Dachzeltbus auf dem Parkdeck und Entgegennahme unserer Boarding Cards. Ab 13:00 Check-In, um 13:45 Ablegen. Anfangs geruhsame Fahrt durch den schützenden Oslo-Fjord. Gönne mir als spätes Mittagessen eine Paprika und einige marinierte Heringshappen. Um 17:00 Gruppentreffen mit Abstimmung über Nachtreffen. Ergebnis: voraussichtlich in der JH Melsungen, voraussichtlich vom 27. zum 29. Oktober, gewiss organisiert von Silke. Ab 17:30 geht's bei Windstärke 7 durchs Skagerag. Die Gischt spritzt zeitweise bis auf Deck 11, dem Sonnendeck, hoch. Das deutliche Rollen und Stampfen des Schiffes sorgt bei einigen Mitreisenden für leichte Unpässlichkeiten (schade um die Paprika und die marinierten Heringshappen.) Ab Mitternacht geruhsame Fahrt an Dänemarks Küste entlang. Ankunft in Kiel um 09:30.
 
 

2000-09-10


10:00 - 11:00  Letzte Busfahrt @Kiel -> Hamburg
Nach Verabschiedung von Eva (samt ihrer Familie). Letztes Gruppenfoto.

11:30 - 11:45  Ankunft und Resümee @Hamburg
nach ca 3570 km allein im Bus. Was hat gefehlt? Eine warme Mütze oder wenigstens ein Stirnband, Audiokassetten mit meiner Lieblingsmusik - und meine Freundin. War war zuviel mitgeschleppt worden? Eine zweite Shorts - und die erste war auch nur auf der Hinfahrt sinnvoll nutzbar. Wasserresistente Outdoor-Sandalen - es war einfach zu kalt. Die Moskitoschutzkappe haben wir nur an einem Abend in Finnland benötigt. - Großes gegenseitiges Hogging vor dem Hamburger Hauptbahnhof und die Zusage eines  Wiedersehens.

11:45 - 12:45  PKW-Fahrten @Hamburg
Anke, Andre, Stephan und ich fahren mit einer Taxi (Kombi) auf leichten Irrwegen (wg. einer Oldtimer-Parade und und eines LKW-Protestblockade) zur City-Nord. Umladen in meinen Wagen und Fahrt zur Autobahn. Mein Satelliten-Navigationssystem funktioniert nicht korrekt, wir verlassen uns auf die Autobahn-Hinweisschilder; ich habe den Eindruck, dass wir einen suboptimalen Weg zur nächsten Auffahrt zur A7 geleitet werden.

12:45 - 18:15  Autobahnheimfahrt
Zeitweise Stopp-n-Go-Verkehr. Am Frankfurter Nordwest-Kreuz schlagen beim Wagen neben uns plötzlich Flammen aus dem Motorraum, wir leisten Löschhilfe, informieren die Feuerwehr und schieben den Wagen auf den Standstreifen. Kurz danach hatte es einen Caravan aufs Dach gewirbelt, die Autobahnstreifen werden von 4 auf eine reduziert. Hätten wir solche Hemmnisse auf dem Hinweg nach Hamburg erlebt, wäre unser Zeitpolster arg zusammengeschmolzen. Verabschiedung am Südeingang und Heimfahrt in die Arme der Freundin.



Weitere Reiseberichte des Chronisten


(c) 2000 Volker Radek